Ofenarten
Um Ihnen einen Überblick über die möglichen Feuerstellen für die Verbrennung von Holzbrennstoffen zu verschaffen, werden hier die vier gebräuchlichsten Ofenarten mit ihrer Anwendung erläutert.
Offener Kamin
Der offene Kamin
stellt die ursprünglichste
Feuerstelle im
Haus dar. Hierbei
ist das offene
Feuer als Gestaltungselement
und Quelle einer
gemütlichen
Atmosphäre
mitten ins Zimmer
geholt. Als Wärmequelle
eignet er sich
nur in unmittelbarer
Nähe am
Feuer. Bekannt
sind diese Feuerstellen
vor allem aus
Großbritannien,
wo man sie nach
wie vor sowohl
in alten Einfamilienhäusern
oder aber in
den berühmten
Schlössern
verwendet.
Der offene Kamin wird
zumeist als zwei- oder
dreiseitig umschlossene
Feuerstelle in der
Wand ausgeführt.
Dabei sind die Umschließungswände
mit hitzebeständigen
Schamottsteinen ausgemauert.
Damit die Verbrennungsgase
nicht in den Raum ziehen,
muss auf eine gute
Zuluftführung
raumseitig und einen
guten Abzug im Kamin
geachtet werden. Da
der offene Kamin bei
falscher Verwendung
und fehlender Aufsicht
erhebliche Gefahren
in sich birgt, darf
er laut Kleinfeuerungsanlagenverordnung
nur gelegentlich genutzt
werden. Eine Nutzung
als ständige Raumheizung
ist nicht zulässig.
Als Brennstoff sollte
nur sehr gut abgelagertes,
trockenes Laubholz
wie Buche oder Birke
verwendet werden. Zu
feuchtes Holz oder
harzreiches Nadelholz
kann bei Hitzeeinwirkung
reißen und Funken
in den Raum schleudern.
Als Sicherheitsmaßnahme
wird zur Verwendung
eines Ofengitters geraten.
Alternativ lässt
sich der offene Kamin
mit einer Frontscheibe
zum geschlossenen Kamin
ausbauen. Dies verbessert
neben der Sicherheit
vorallem die Verbrennung
und damit den Wirkungsgrad.
Kachelofen
Der Kachelofen ist ein ortsfester, meist gemauerter, mit Kacheln verkleideter Ofen. Kachelöfen werden im allgemeinen mit dem Scheitholz befeuert. Für Warmluft-Kachelöfen besteht aber auch die Möglichkeit, Pellets als Brennstoff zu nutzen. Der Kachelofen ist immer eine geschlossene Feuerstelle, die die heißen Rauchgase des Feuerraumes optimal ausnutzt. Diese Ofenform stellt besondere Ansprüche an die Herstellung, da sie vor Ort durch versierte Handwerker gesetzt werden muss. Dabei sind alle Funktionalitäten und individuelle Wärmeabgabesysteme möglich. Man unterscheidet hier zwei Funktionsformen:
1. Dem sogenannten Grundofen, bei dem eine massive Speichermasse im Ofenkörper erhitzt wird. Dieser Wärmespeicher gibt auch nach dem Verlöschen des Feuers die Wärme lange als Strahlung an den Raum ab. Der Grundofen wird heute weniger oft eingesetzt, weil er relativ träge in der Regelung der Wärmeabgabe ist. Es wird eine geraume Zeit benötigt bis die Speichermasse erwärmt ist und Strahlungswärme abgegeben kann, doch lässt sich dann die Wärmestrahlung nicht mehr reduzieren.
2. Der Warmluft-Kachelofen nutzt
hingegen die
Konvektion, d.h.
die Eigenschaft
erwärmter
Luft aufzusteigen.
Dabei wird die
Kaltluft des
Raumes von unten
in den Ofenkörper
eingelassen,
am Ofeneinsatz
erhitzt und strömt über
Lüftungsklappen
oben in den Raum
zurück.
Dieser Kachelofentyp
wird heute meist
verwendet. Er
eignet für
die schnelle
Erwärmung
von Räumen über
die Luftzirkulation.
Kaminofen
Der Kaminofen wird aus Stahl industriell gefertigt. Er besteht aus einem Ofeneinsatz und einem Mantel. Der Mantel kann aus Stahl, Gusseisen, Keramik oder auch aus wärmespeicherndem Stein bestehen. An der Frontseite besitzen viele Öfen eine Glasscheibe, durch die die Atmosphäre des Flammenspiels erlebbar wird.
Der Kaminofen
wird freistehend
im Raum aufgestellt
und wird über
ein Ofenrohr
an den Kamin
angeschlossen.
Als Brennstoff
kann sowohl Scheitholz
als auch Pellets
verwendet werden.
Die Wärmeabgabe
an die Umgebung
erfolgt sowohl über
Wärmestrahlung
als auch über
die Konvektionsströmung der
aufsteigenden
erwärmten
Luft. Stein-
oder Keramikummantelte
Kaminöfen
speichern zudem
die Wärme
und geben diese
in einem gleichmäßigen
Wärmestrom
an den Raum ab.
Auf Grund der
geringen Größe
lässt sich
der Ofen schnell
aufheizen und
in der Verbrennung
gut regeln.
Der Kaminofen stellt
die günstigste
und schnellste Nachrüstungsmöglichkeit
auf Holzfeuerung dar.
Bei vorhandenem Kaminzug
ist lediglich eine
Anschlussbohrung, das
Ofenrohr und eine nicht
brennbare Unterlage
für den Ofen aus
Stahl oder Glas notwendig.
Bei der Aufstellung
des Ofens ist auf einen
allseitig genügend
großen Sicherheitsabstand
zu brennbaren Teilen
zu achten. Dieser variiert
bei den verschiedenen
Herstellern stark und
sollte erfragt werden.
Zentralheizung
Ähnlich wie eine mit fossilen Brennstoffen, wie Erdöl und Gas betriebenen Zentralheizungen, besteht die Holz-Zentralheizung aus einem Brennstofflager, einer geregelten Zuleitung des Brennstoffs und einen Brenner. Nachgeschaltet wird die Wärme der Verbrennungsgase über Wärmetauscher auf den Wasserkreislauf übertragen.
Scheitholz lässt sich hervorragend als Brennstoff für Zentralheizungen nutzen. Hier wird ein Brennstoffspeicher am Brenner einmal am Tag mit bis zu 1/2 m³ beladen. Über eine Heizungssteuerung wird dann der geregelte Abbrand des Holzes über die Luftzufuhr geregelt. Je nach Wärmebedarf und Lagermöglichkeiten kann in einem solchen Ofen neben Holzscheiten mit 33 cm Länge auch Holzscheite mit 50 oder 100 cm verbrannt werden.
Es besteht die
Notwendigkeit
einmal täglich
nachzuheizen.
Im Urlaub kann es zur
Abkühlung des
Gebäudes kommen.
Dem kann allerdings
mit einer zusätzlichen
Heizanlage mit Gas-
oder Elektrobetrieb
oder einer Solarkollektorfläche
entgegen gewirkt werden.
